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Tabea Zimmermann gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten und renommiertesten Musikern unserer Zeit. Ihre charismatische Persönlichkeit, ihr tiefes musikalisches Verständnis und ihr natürliches Spiel werden von ihren Zuhörern und ihren musikalischen Partnern gleichermaßen geschätzt. Dass sie heute als weltweit führende Bratschistin gilt, gründet nicht nur in ihrer außergewöhnlichen Begabung, sondern ebenso in der frühen und intensiven Förderung durch ihre Eltern, der umfassenden Ausbildung durch exzellente Lehrer und dem unermüdlichen Enthusiasmus, mit dem sie ihr Verständnis der Werke und ihre Liebe zur Musik an ihr Publikum vermittelt.
Als Solistin ist sie regelmäßig zu Gast bei den großen internationalen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder London Symphony. In der Saison 2006/2007 wird sie sich im Rahmen zweier Residencies in ihrer ganzen kammermusikalischen Vielseitigkeit in der Philharmonie Köln und im Bozar Brüssel präsentieren. Weitere Höhepunkte der Saison sind Konzerte mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle bei den Salzburger Festspielen und mit dem hr-sinfonieorchester Frankfurt unter Paavo Järvi. Kammermusikalisch wird Tabea Zimmermann unter anderem mit Silke Avenhaus in der Wigmore Hall London zu erleben sein.
Im Bereich der Kammermusik liegt ein besonderer Schwerpunkt weiterhin auf der Arbeit mit dem Arcanto Quartett mit den Geigern Antje Weithaas und Daniel Sepec und dem Cellisten Jean-Guihen Queyras. Das Debütkonzert des Arcanto Quartettes fand höchst erfolgreich im Juni 2004 in Stuttgart statt. In den darauf folgenden Spielzeiten war das Arcanto Quartett u.a. im Beethovenhaus Bonn, in Vredenburg Utrecht, im Théâtre du Châtelet Paris, im Conservatoire Royal in Brüssel, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und bei Leif Ove Andsnes' Kammermusikfestival in Risør, Norwegen sowie in der Wigmore Hall London, Alten Oper Frankfurt, Concertgebouw Amsterdam und in Mailand zu hören. Höhepunkte der Saison 2006/2007 sind die Debüts des Arcanto Quartettes bei den Festivals in Helsinki, Edinburgh und Montreux, sowie in der Philharmonie Köln, im Konzerthaus Wien, Megaron Athen und Auditorio Nacional de Musica Madrid. Im November 2006 ging das Arcanto Quartett außerdem erstmals auf eine Japan-Tournee.
Tabea Zimmermann hat das Interesse vieler zeitgenössischer Komponisten für die Bratsche geweckt und zahlreiche neue Werke in das Konzert- und Kammermusikrepertoire eingeführt. Im April 1994 spielte sie mit großem Erfolg die Uraufführung der eigens für sie komponierten Sonate für Viola solo von György Ligeti. Auch die Erstaufführungen dieses Werks in London, Paris, Jerusalem, Amsterdam und Japan fanden euphorischen Anklang bei Publikum und Presse. Weiterhin spielte sie in den vergangenen Spielzeiten die Uraufführungen von Heinz Holligers Recicanto für Viola und Orchester mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln, das Bratschenkonzert Nr. 2 The Seafarer von Sally Beamish mit dem Scottish Chamber Orchestra, das Bratschenkonzert Nr. 2 Über die Linie IV von Wolfgang Rihm mit der Jungen Deutschen Philharmonie sowie das Bratschenkonzert Monh von Georges Lentz mit dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg.
Zahlreiche CDs dokumentieren Tabea Zimmermanns musikalische Bandbreite, unter anderem mit Werken von Bartok, Brahms, Bruch, Britten, Hindemith, Schostakowitsch und Strawinsky bei EMI. Sie hat darüber hinaus für Teldec, Deutsche Grammophon und Philips Kammermusik eingespielt. Bei Ars Musici liegt eine Aufnahme des Konzertes im Beethoven-Haus Bonn vor, bei dem sie, begleitet von Hartmut Höll, auf Beethovens eigener Bratsche spielt. Ebenfalls mit Hartmut Höll hat Tabea Zimmermann eine kürzlich bei Capriccio veröffentlichte CD mit Werken Schumanns aufgenommen. Ihre jüngsten Konzert-Veröffentlichungen sind eine Live-Einspielung von Berlioz' Harold en Italie mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Colin Davis für LSO live sowie eine Aufnahme von Blochs Suite für Viola und Orchester mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Steven Sloane für Capriccio.
Für ihr künstlerisches Wirken ist Tabea Zimmermann sowohl in Deutschland als auch im Ausland mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Frankfurter Musikpreis, dem Hessischen Kulturpreis und dem Internationalen Preis der Accademia Musicale Chigiana in Siena. Im Januar 2006 erhielt sie den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau für ihre besonderen Verdienste in der Auseinandersetzung mit dem Werk Paul Hindemiths.
Tabea Zimmermann erhielt im Alter von drei Jahren ihren ersten Bratschenunterricht, zwei Jahre später begann sie mit dem Klavierspiel. An ihre Ausbildung bei Ulrich Koch an der Musikhochschule Freiburg schloß sich ein kurzes, intensives Studium bei Sandor Végh am Mozarteum in Salzburg an. Eine Reihe von Wettbewerbserfolgen krönte ihre Ausbildung, darunter erste Preise beim Concours International in Genf 1982, Budapest 1984 und beim Wettbewerb „Maurice Vieux" in Paris 1983. Dort erhielt sie als Preis eine Bratsche des zeitgenössischen Geigenbauers Etienne Vatelot, auf der sie seitdem konzertiert. Von 1987 bis 2000 konzertierte sie regelmäßig mit David Shallon, dem verstorbenen Vater ihrer Söhne Yuval und Jonathan, u.a. in Düsseldorf, Jerusalem und Luxemburg. Tabea Zimmermann ist mit dem amerikanischen Dirigenten Steven Sloane verheiratet, ihre gemeinsame Tochter Maya wurde im September 2003 geboren. Seit Oktober 2002 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Zuvor unterrichtete sie bereits von 1987 bis 1989 an der Musikhochschule Saarbrücken sowie von 1994 bis 2002 an der Frankfurter Hochschule für Musik.