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Excellentia
H.W. Henze: Orpheus behind the Wire; D. Shostakovich: Ten Songs on poems of 19th Century Revolutionary poets; Eric Ericson Chamber Choir, Eric Ericson; 1 CD Caprice Cap 21773; 06/1986- 02/2005 (53'15)
Déjà en découvrant la première plage de ce CD, nous fûmes tellement bouleversés que nous n'en pouvions pas croire nos oreilles. Jamais auparavant, nous n'avions rencontré une perfection chorale qui nous aurait si sincèrement ému. "Ce n'est pas possible, ce n'est vraiment pas possible!'Telle fut notre première réaction. Et ce n'est que petit à petit, en fonction de l'avancement du programme, que nous pouvions nous rendre compte de l'importance et du caractère exceptionnel de ce disque, et ce n'est que progressivement, que nous devions nous rendre compte de la quasi-impossibilité de rendre dignement justice à cette production par une critique pertinente et persuasive. En effet, la meilleure description ne pourra inéluctablement que rester largement en deçà de la révélation que procure l'écoute pure et simple du disque.
Eric Ericson, à la tête du choeur qui porte son nom, nous ouvre tout grand la porte d'accès à la musique vocale contemporaine que l'on peut découvrir ici sans le moindre effort. Réputée comme difficile d'exécution, celle-ci nous est livrée avec un naturel défiant toute imagination, et le premier argument du Maître est la beauté du geste sonore. La pureté d'intonation, même dans
les clusters les plus complexes, maintient cette musique à un niveau d'acceptabilité tel que tout mélomane, y compris le non-initié, peut y accéder directement et sans aucune autre forme de préparation. Vient ensuite cette extraordinaire transparence du choeur, cette incroyable plasticité qui défie toute concurrence. Et pourtant, toute cette perfection technique de l'art choral est tout, sauf une fin en sol. Elle est au service d'une musique particulièrement vivante, expressive et finalement attachante. Découvrir la musique vocale a capella de Henze par le choeur Eric Ericson est un véritable plaisir, découvrir celle de Shostakovich un délice. La prise de son est aussi parfaite que l'interprétation musicale. Tous ces qualificatifs n'expriment pas grand chose face à la production même. Partant, nous ne voulons pas retenir davantage l'auditeur auquel nous recommandons vivement de se rendre chez le disquaire le plus proche. PiRath
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
L. van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester, Violinsonate No.9 (Kreutzer-Sonate); Isabelle Faust, Violine, Alexander Melnikov, Klavier, Prager Philharmoniker, Jiri Belohlavek; 1 CD Harmonia Mundi HMU 901944; 04+06/2006 (74'36)
L. van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester, Violinsonate No.9 (Kreutzer-Sonate); Vadim Repin, Violine, Martha Agerich, Klavier, Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti; 2 CD's Deutsche Grammophon 4776596; 02+06/2007 (84'17)
Zweimal dasselbe Programm in grundverschiedenen Interpretationen: Isabelle Faust spielt das Violinkonzert von Beethoven temperamentvoll, brillant und hell leuchtend, mit kräftigen Farben. Der Violinpart wird klar herausgearbeitet und in den opulenten, wunderbar homogenen und geschmeidigen Klang der Prager Philharmoniker eingebettet, die von Jiri Belohlavek sehr souverän geleitet werden. Dieses Orchester und dieser Dirigent haben also durchaus ihren Anteil an der Wirkung des Konzerts, und man sollte sie wahrlich nicht unterschätzen! Eine spannende Interpretation! Vadim Repins Arbeit ist ganz anderer Natur: wohl wissend um Beethovens Stimmung beim Komponieren, gestaltet er das BeethovenKonzert durchgehend als zärtliches Liebesgedicht. Auffallend ist schon die Zurückhaltung im ersten Satz, den ich noch nie so intimistisch gehört habe. Das dynamisch sehr zurückgenommene, überaus zarte Spiel verhindert bei relativ langsamen Tempi in beiden Ecksätzen, dass Schwere oder falsche Dramatik aufkommt. Ein Höhepunkt der Aufnahme ist der wunderbar verträumt und tief verinnerlicht dargebotene zweite Satz. Auch bei der Kreutzer-Sonate, die Isabelle Faust mit Melnikov, Repin mit Martha Argerich spielt, werden die Temperamentsunterschiede sehr deutlich, was wiederum erstaunt, kennt man die Argerich doch eher für feuriges Musizieren. Hier lässt sie sich aber von Repin zu einem Spiel zwingen, das wohl immer wieder hell aufflackert, aber in seiner Innenspannung mit dem Geigenklang Repins zu einem hinreißend beseelten Musizieren führt. Zwei hochrangige CDs also, die zeigen, wie die Musik doch so unterschiedlich und dennoch gleichermaßen faszinierend klingen kann.
ReF
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
J.Corigliano: The Red Violin Concerto, Sonata for Violin and Piano; Joshua Bell, Violine, Jeremy Denk, Klavier, Baltimore Symphony Orchestra, Marvin Alsop; 1 CD Sony Classical 82876 88060 2; Live 6/06 (60'05)
Zunächst war es eine Filmmusik, eine sehr gute sogar, die der amerikanische Komponist John Corigliano für den faszinierenden Film 'The Red Violin' geschrieben hatte, und in der Joshua Bell die Solo geige spielte. Dann zog der Komponist aus der Filmmusik eine Chaconne, die wiederum Joshua Bell spielte und bekannt machte. Und in einer dritten Etappe entstand dann ein vollständiges, viersätziges Violinkonzert, das jetzt, gekoppelt mit Coriglianos kunstvoller Violinsonate, auf CD erhältlich ist. Das dynamisch weit gespannte, im Ausdruck romantische Violinkonzert ist gespickt mit technischen Raffinessen, gibt dem Geiger aber hinreichend Gelegenheit, in seelenvollem Spiel zu glänzen, da Corigliano die mystische Atmosphäre des Films in sein neues Werk herüber gerettet hat. Joshua Bell spielt das Konzert mit viel Hingabe, Klangphantasie und Ausdruckskraft. Marin Alsop leitet das von der Tontechnik sehr räumlich eingefangene Baltimore Symphony Orchestra in einer elektrisierenden Interpretation, die den Nährboden bildet für Bells atemberaubend brillantes Spiel.
ReF
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
K.A. Hartmann: Symphonlsche Hymnen, Concerto funebre, Konzert für Klavier, Bläser und Schlagzeug; Maria Bergmann, Klavier, Wolfgang Schneiderhahn, Violine, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Rafael Kubelik; 1 CD Orfeo 718071 B; 03/72, 12/73 & 10/75 (63'32)
Karl Amadeus Hartmanns Musik führt auch heute, rund 45 Jahre nach dem Tod des Komponisten (1905-1963), ein Schattendasein. Abgesehen von den Programmationen einiger mutiger Dirigenten wie Ingo Metzmacher, James Conlon oder Marek Janowski, werden Hartmanns Werke nur ungern ins Konzertrepertoire aufgenommen. Dem ist wohl so, weil sie den Hörer mit einer zutiefst erschütternden Musik konfrontieren, die in unserer schnelllebigen und oberflächlichen Zeit einfach zu viele unbequeme Fragen aufwirft. Umso dankenswerter ist die Initiative von Orfeo, drei Hartmann-Werke auf einer CD zu veröffentlichen. Man erkennt ganz deutlich, dass die Musik Hartmanns in München immer eine selbstverständlichere Rolle gespielt hat als anderswo. Rafael Kubelik erweist sich hier als ein wichtiger Fürsprecher, der die Musik Hartmanns auf das Niveau hebt, das ihr in Wirklichkeit zusteht. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zeigt, mit welcher Sicherheit, aber auch mit welch unverkrampftem Musizieren man an diese Werke herangehen kann. Es sind letztendlich die Selbstverständlichkeit und die Ehrlichkeit aller Beteiligten, die Hartmann besonders gut gerecht werden und eine wichtige Überzeugungsarbeit leisten. Zudem erscheint mir diese Zuzammenstellung so abwechslungsreich, dass der interessierte Hörer diese CD unbedingt auch als Einstieg in die komplexe Welt des Karl Amadeus Hartmann benutzen kann.
Steff
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
I.Stravinky: Le Sacre du Printems, Simphony in 3 Movements; Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott; 1 SACD Tudor 7145; 2005/2006 (57'00)
Es gibt Ehen, die besser sind als andere, und es gibt solche, die für die direkte Umgebung wie für die Außenstehenden von besonderer Bedeutung sind. Eine solche Ehe sind die Bamberger Symphoniker und Jonathan Nott eingegangen. Nach der phänomenalen C-Dur-Symphonie von Schubert warten Nott und seine Bamberger nun mit einer weiteren ganz außergewöhnlichen Schallplatte auf. Im 'Sacre du Printemps' kommt die ganze Urgewalt der Musik bildsuggestiv zum Ausdruck. Nott hat sein Orchester bestens vorbereitet und auf einen dunklen, das Archaische des Sujets betonenden Sound eingeschworen. Dieser dunkle, in seiner Unmittelbarkeit faszinierende Klang und die dadurch freigesetzten Kräfte haben eine berauschende Wirkung, ausgehend von der brachialen Gewalt der Musik, der brutalen Schlagkraft, den urlautnahen Klängen, den transehaften Tanzschritten, den satten Tiefbässen als Fundamente einer weit aufgefächerten Klangarchitektur. All das ist sehr inspirierend und sorgt für ein Klangerlebnis der besonderen Art. Die Symphonie in C wird nicht weniger aufregend gespielt, so dass der Referenzwert in beiden Fällen gegeben ist.
ReF
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
A. Cardinal Destouches; Callirhoe, Tragedie Lyrique; Stephanie d'Oustrac, Cyril Auvity, Joao Fernandes, Ingrid Perruche, Renaud Delaigue, Stephanie Revidat, Le Concert Spirituel, Herve Niquet; 2 CD's GLossa GCD 921612; 2/06 (99'55)
Ein wichtiges Verdienst dieser CD Produktion ist es, dass sie dazu beiträgt, eine Lücke in der auf CD dokumentierten Musikgeschichte zu schließen: Sie gibt eine Antwort auf die Frage, was genau sich in der Zeit zwischen Lully und Rameau in der französischen Opernwelt ereignete. Andre Cardinal Destouches (1672 - 1749) ist eines der Bindeglieder dieser Übergangsphase. Nachdem er zunächst als Musketier in den Dienst Ludwigs XIV. aufgenommen wurde, entschloss er kurzerhand, ins Komponistenfach zu wechseln und begann als Autodidakt gleich mit der Arbeit. Bald darauf erhielt er Unterricht bei Campra, und seine Arbeit wurde vom König mit großem Wohlwollen angenommen. Er komponierte rund zehn Bühnenwerke, darunter 'Tragedies Lyriques' ebenso wie 'Opera-Ballets', deren Klangsprache in der Tat etwa in der Mitte steht zwischen Lully, dessen Einfluss klar herausklingt, und Rameau, auf den stellenweise vorausgedeutet wird. Wie immer bei den jüngeren Veröffentlichungen unter Herve Niquet, springt einen die Einspielung geradezu mit ihrer Frische an, und der historische Belehrungseffekt wird spontan mit Enthusiasmus angereichert. Dass Callirhoe vielleicht nicht in den Kanon der großen Opern eingehen wird, stört dabei keineswegs. Dazu summieren sich die Details der Einspielung zu einem zu charmanten Ganzen.
ejh
Pizzicato Décembre 07
Supersonic
C. Monteverdi: L'Orfeo; Ensemble La Venexina; 2 CDs Glossa GCD 920913; 2/06 (114'54")
Nachdem 'La Venexiana' mit ihrem Madrigal-Zyklus in den vergangenen Jahren eine ganz neue Referenzklasse für die Monteverdi-Aufführung geschaffen haben, wurde ihre Aufführung des 'Orfeo' beim zurückliegenden Lufthansa-Festival für Alte Musik mit größtem - aber auch kritischem - Interesse aufgenommen. Würde es dem Vokalensemble gelingen, bei Monteverdis operatischem Werk ebenso dramatisch aus der Konkurrenz herauszuragen? Die Meinungen waren, wie auch sicher bei dieser Einspielung, gespalten, stellt die Oper ja ganz andere Anforderungen. Die Gestaltung des Instrumentalparts fällt unter der Federführung Claudio Cavinas überraschend zurückhaltend bis spartanisch aus, und auf den von vergleichbaren jüngeren Einspielungen bekannten Effektreichtum wird ganz verzichtet. Damit rückt natürlich der Vokalpart in den Mittelpunkt, wo auch schon bislang die Stärke des Ensembles gelegen hat. Neu ist für die Darbietenden, dass der Gattung entsprechend nun die einzelnen Sänger weit mehr als bislang als Solisten beansprucht werden. Und hier blüht die Einspielung in
ihrer ganzen dramatischen Kraft auf. Wo auch schon bei den Madrigal-Einspielungen eine ganz neue Intensität an den Tag gelegt wurde, erzeugt auch hier allein die darbieterische Inbrunst ganz unerwartete Gänsehaut. Allen voran überrumpelt der teils niederschmetternd emotionale Vortrag Emanuela Gallis, die den Part der Eurydice im letzten Detail ausleuchtet. Ein weiterer Höhepunkt ist der wahrhaft furchteinflößend düstere Caronte Salvo Vitales. Mit dieser Gewichtung des Vokalparts wird zugegeben ein eigenwilliger Weg beschritten. Für Freunde einer 'farbenfreudigeren' Gestaltung gibt es mit den Einspielungen unter Rinaldo Alessandrini oder unter Emmanuelle Hai'm durchaus Alternativen. Immerhin jedoch folgt diese Gestaltung enger der Einstellung Monteverdis selbst, bei dem die Dichtung ganz im Zentrum des musikalischen Denkens stand.
ejh
Pizzicato Décembre 07
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