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Excellentia
Am Tage vor der Aufnahme dieser Cd war Christian Zacharias im Escher Konservatorium gewesen und hatte mit uns nach seinem recital, das ebenfalls mit der Sonate D.959 von Schubert abschloss, noch kurz über das nun vorliegende Aufnahmeprojekt gesprochen: Soll ich es machen? Ich habe ja vereits alle Sonaten aufgenommen. Aus dem Erlebnis dessen, war wir gehörten hatten, konnten wir nur antworten: Ja, unbedingt.
Zu seiner überlegt-überlegenen interpretation der sonate A-Dur, die nun vorliegt, können wir nur wiederholen, was wir in "kulturissimo"-Dezember 2006 schreiben:
"Was zu diesem sublimen Meisterwerk sagen, das gleichzeitig inspiriert und zerreißt, außer dass es Zacharias einen interpreten gefunden hat, der fähig ist, das innere Drama zu vermitteln, ohne es zu einem Melodrama zu banalisieren. Beim Anhören von Christian Zacharias hatten wir den Eindruck eines 'Work in progress' so als ob der Pianist versuchte, immer tiefer in das Werk einzudringen und sein letztes Wort noch nicht gesagt hätte. Doch große Musik ist wie große Literatur. Sie vermittelt uns jedes Mal eine andere Erfahrung".
Die SACD von Dabringhaus und Grim ist prachtvoll aufgenommen: Der Klang des bestens gestimmten Instrumentes ist völlig natürlich und optimal räumlich gestaltet: jeder Ton 'signt' und findet ganz selbstverständlich seinen Klangweg zum nächsten, ebenso singenden. Dadurch kann Christian Zacharias, dieser Ausnahmepianist, die Bipolarität der großartigen Sonate transparent und einleuchtend gestalten: Hier abgrundtiefe Melancolie, auch wegen Schuberts Wissen um seine todbringende Krankheit (zwei Monate nach Abschluss der Trilogie seiner immensen Klaviersonaten wird er dies Welt, die undankbare, die leblose, verlassen müssen, noch keine 32 Jahre alt), da, ein Schöpfer der sich sehr wohl bewusst ist, was er kann und welch neuen Perspektiven er gerade auch mit der Trilogie dieser Klaviersonaten eröffnet hat.
Natürlich hat Zacharias in den 13 Jahren, die vergangen sind, seit er eine Integrale der Schubert Sonaten aufnahm, ungemein viel hinzugelernt, auch durch die Arbeit mit dem Kammerorchestrer Lausanne und der vertieften Auseinandersetzung mit Mozart. 'Sein' Schubert klingt nun noch durchsichtiger, schöner, feiner, zugleich viel besinnlicher und dramatischer: Seine Deutung des Andantino aus D.959, die ohne Gewichte and den Füßen voranschreitet, aber umso tiefer in die Abgründe hineinblickt, sollte ab jetzt als Maßstab heutiger Schubert-Erkenntnis gelten. Ebenso überzeugend spielt Zacharias einige der unzähligen Tänze Schuberts, mit denen er bestätigt, was er vorhin 'erzählt' hat: Diese oft als eher belanglos abgewerteten Ecossaisen, Deutschen, Ländler, Walzer... werden zu einer weiteren, vertieften Einsicht in das komplexe Seelenlebendes großen Franz Schubert.
Dank Ihnen, Christian Zacharias, und herzliches Kompliment für die wohlverdiente Auszeichnung als Künstler des Jahres 2007 bei den Midem classical Awards.
GW
05/2007 Pizzicato
Supersonic
Die Musik Hugo Alfens ist kaum über die Grenzen seines Heimatlandes Schwedens hinaus bekannt geworden, was schade ist, denn seine Symphonien strahlen eine ganz besondere Kraft und Atmosphäre aus. Und wer sich der Musik unvoreingenommen nähert, der wird auf eine sehr spannende musikalische Reise mitgenommen. Sicher, bei Alfen ist alles ein bissehen bedrohlicher, dunkler als etwa bei Sibelius oder Nielsen, auch melodisch kann der schwedische Komponist sicherlich nicht mithalten. Stattdessen gewinnt seine Musik gerade durch diese spröde Kargheit ungemein an Ausdruckskraft und mythischem Zauber. Niklas Willen nimmt seinen Landsmann sehr ernst. Zusammen mit dem exzellenten Norrköping Symphony Orchestra lichtet er die Partitur auf, so dass sich die Stimmungen frei entfalten können und zudem die Struktur der Musik sehr deutlich wird. Die Plastizität und der Farbenreichtum, die Willen und sein Orchester hier erreichen, werten diese 5. Symphonie sehr auf, so dass man diese wunderbare Interpretation nur in den höchsten Tönen loben kann. Absolut empfehlenswert!
Steff
5/2007 pizzicato
Supersonic
Simone Young ist eine großartige Bruckner-Dirigentin! Wer gera. de mit der nicht unbedingt leicht zugänglichen Zweiten Symphonie so viel packende Musik produziert, verdient uneingeschränkte Bewun. derung. Durch ein aufregendes Ineinanderspiel von Genauigkeit und Imagination kommt im spannungsvollen Musizieren der exzellenten Philharmoniker Hamburg nicht nur viel Kraft herüber, sondern auch Poesie und Sensualität. So wird nichts übersteigert, sondern die Musik erklingt - in ihrer Urfassung, mit dem Scherzo an zweiter Stelle - wie gereinigt. Das Scherzo fließt schwungvoll dahin, die sanfte Melodik des Adagios vorbereitend, dessen meditativ-mystisches Versenken von zwingender Kraft ist. Schwungvoll, bewegungsreich und mit einer durchaus eleganten Rhythmik beendet das Finale die Symphonie, nicht ohne durch das, Wechseln zwischen den gedanklichen Ebenen Fragen zu stellen, bei denen der Hörer den Atem anhält. Doch mit Bruckner hat Frau Young immer die Antworten darauf, die letzten Endes keine Frage mehr offen lassen, weil alles so plausibel klingt. Eine exemplarische Interpretation!
Ref
05/2007 Pizzicato
Supersonic
Alexandre Tharaud maîtrise parfaitement ce langage de clavecin et Le transpose au piano avec une technique éblouissante et une imagination qui restent soumises à la rigueur qu'on lui connaît.Rigueur qui sied à merveille à cet enregistrement où la virtuosité et couleurs expressives alternent pour brosser un portrait vivant de ce compositeur baroque.
Il démontre une fois pour toutes que sa muslque peut être jouee sur un clavler moderne: il suffit de comprendre les rouages de cette musique!
itb
5/2007 pizzicato
Supersonic
Avec cet enregistrement, qui clôt une splendide intégrale, Alain Planès met son immense talent d'interprète et de spécialiste au service de la musique secrète de Debussy, celle que les mélomanes avertis auront l'heureuse surprise de découvrir aux côtés des 'Estampes', de 'Pour le Piano' ou des 'Epigraphes antiques'. Avec un jeu souple et nuancé aux sonorités exquises et de longues lignes mélodiques, ALain Planès brosse un tableau poétique et lumineux qui rend hommage à la forte personnalité de ce compositeur rebelle et à la sensibilité exacerbée.
itb
5/2007 pizzicato
Supersonic
Mit einer achten CD schließt das Leipziger Streichquartett, über das wir bereits viel Gutes berichtet haben, seinen Zyklus aller Beethoven-Quartette ab. Zu Gehör kommen eines seiner komplexesten I Werke, das Streichquartett B-Dur op.130, und eines der berühmtesten, die Große Fuge, die eigentlich für op. 130 gedacht war, sich dann aber selbständig gemacht hatte und vom Komponisten die Opusnummer 133 bekam. Erstaunlich ist, wie Andreas Seidel, Tilman Büning, Ivo Bauer und Matthias Moosdorf an diese Musik der höchsten Sphären herangehen: ohne Scheu, ohne überbetonten Respekt, sondern, im Gegenteil, ganz natürlich, entspannt.
Dadurch erhält die Musik ihr Selbstverständnis zurück, sie baut sich auf, fließt, strömt, voll Wohlklang, Wärme, Intensität. Ihre Farbigkeit offenbart sich, ihre innere Geschlossenheit, I ihre Kontrastierungen, und somit ihre Dramatik und Stringenz. Gerade diese Art der Annäherung tut auch der Großen Fuge gut: Ihre fabelhafte Struktur wird erkennbar und Beethovens Sinn für Konstruktion und Proportionen wird aufgeschlüsselt, und das mit einer konstanten Natürlichkeit, einer spielerischen Sicherheit und einer nie nachlassenden Spielfreude, die zudem von der Tontechnik sehr natürlich eingefangen wurden. Damit wird dann ebenfalls deutlich, warum das Leipziger Streichquartett sich eine Spitzenposition erringen konnte.
GW
05/2007 Pizzicato
Supersonic
Voici une lecture généreuse et énergique à la fois, offerte par un duo équilibré à la sonorité chaleureuse. Les interprètes rendent l'auditeur conscient du fort penchant qui liait Brahms le romantique à la forme classique, et à part des tempi un peu trop véloces dans leur jeunesse enthousiaste pour les deux derniers mouvements de la seconde Sonate, l'auditeur peut apprécier les contrastes et les affinités qui lient ces deux monuments incontournables du répertoire pour violoncelle et piano. A découvrir en prime: 'Anklange', une page charmante au caractère tendre et élégiaque.
itb
05/07 Pizzicato
Supersonic
Es wird gerne vergessen, dass Wilhelm Furtwängler ein begeisterter Komponist war und sich im Laufe seiner langen Dirigentenkarriere immer wieder zurückgezogen hat, um seine eigene Musik zu schreiben. Furtwängler, das wissen wir aus zahlreichen Dokumenten, war ein Kind des 19. Jahrhunderts, und auch wenn er sich teilweise für (gemäßigte und tonal schreibende) zeitgenössische Komponisten wie Hindemith einsetzte, so lehnte er atonale oder Zwölftonmusik mit Vehemenz ab. Furtwänglers eigene Kompositionen sind demnach in der Linie Beethoven-Brahms zu verstehen, denen er nachzueifern versucht. Auf der anderen Seite ist Furtwängler ein Freund himmlischer Längen, und so verwundert es auch nicht, dass seine erste Sonate immerhin 55 Minuten, seine zweite 45 Minuten dauert. Die viersätzige 1. Sonate für Violine und Klavier schreibt Furtwängler 1935 fertig, begonnen hatte er sie bereits 20 Jahre zuvor. Furtwänglers Karriere war in den Dreißigerjahren auf einem Höhepunkt angelangt, jedoch musste er 1934 alle öffentlichen Ämter zurückgeben, weil er u.a. durch seinen Einsatz für Hindemiths Musik bei den Nazis in Ungnade gefallen war und so bis zum Kriegsende in Deutschland nur noch als Gastdirigent wirkte. Ab 1934 entstanden eine ganze Reihe von Kompositionen, von denen die beiden Violinsonaten sicherlich zwei der interessantesten sind. Einfach, groß, ja monumental zu schreiben, das war Furtwänglers Prämisse und entsprach seiner Natur. So findet man im Komponisten Furtwängler auch den Dirigenten Furtwängler wieder: Tonale, romantische Musik, die immer organisch zu wachsen scheint. Dies zeichnet auch die beiden Violinsonaten aus.
Die bei den Interpreten, Matthias Wollong, Violine, und Brigitta Wollenweber, Klavier, entstammen aber nun einer ganz anderen Epoche und entsprechen auch einem komplett verschiedenen Künstlerbild. Wer Furtwänglers Musik von authentischen Aufnahmen her kennt, der weiß, wie schwülstig seine Musik klingen konnte, aber auch wie grandios und monumental. Unsere beiden Künstler versuchen, Furtwänglers Werken mit Objektivität zu begegnen, und hört man sich diese Aufnahmen an, so scheint das auch der einzig richtige Weg zu sein, die Musik über die Zeit hinaus zu retten. Wollong und Wollenweber überzeichnen nichts und, obwohl sie dem inneren Duktus der Musik folgen, wirken ihre Interpretationen immer leicht und wendig. Für sie scheint Furtwänglers Musik in der Tat dem 19. Jahrhundert anzugehören; die Musik atmet frei den Geist Beethovens und schwingt mit der Ausdrucksstärke eines Brahms oder Schubert. Aber dabei wirkt Furtwänglers Musik nie wirklich altmodisch. Durch das lebendige und immer eindrucksvolle Spiel der bei den Musiker beginnen auch der Geist und das Genie Furtwänglers wie von selbst zu strahlen. Losgelöst von allen zeithistorischen Zwängen zeigen sich Furtwänglers Kompositionen durch die intelligenten und wundervoll ausbalancierten Interpretationen von Matthias Wollong und Brigitta Wollenweber als absolute Musik.
Steff
05/2007 Pizzicato
Supersonic
Die letzten Lieder Schuberts wurden nicht von ihm selbst, sondern von seinem Verleger Tobias Haslinger als 'Schwanengesang' zu einem Zyklus zusammengefügt, der keiner ist. Welten trennen die Poesie Rellstabs von den unglaublichen Gedichten von Heinrich Heine des zweiten Teils, wo allein eine Idee von Einheit und Geschlossenheit zu erkennen ist. Diese Lieder sind weitere Schritte ans Ende der Nacht, sind Fortsetzung und letzte Konsequenz der 'Wi nterreise'.
Wer nach all den Aufnahmen des Zyklus aus früheren und heutigen Zeiten gemeint hätte, es könnte kaum noch etwas Neues und Aufregendes auf den CD-Markt kommen, der sollte sich diese Einspielung mit Werner Güra und Christoph Berner intensiv anhören, um eines Besseren belehrt zu werden.
Der exzellente Tenor hat eine Reife der Deutung gefunden, die fähig ist, jedes Lied bis ins Innersete auszuloten, jedem seine ganz charakteristische Atmosphäre zu geben und alle, auch die feinsten Nuancen, gedanklich und musikalisch genauestens abzuwägen. Dramatische Ausbrüche (Der Doppelgänger) gelingen Güra ebenso gut wie Darstellung intimer Intensität (Ständchen). Natürlich kann man eine dunkle Stimme wie die von Matthias Goerne in den düsteren, fantastischen Liedern nach Heine vorziehen, doch durch Werner Güras lyrischen Tenor, der seine ganz eigene innere Leuchtkraft hat, erlebt man das musikalische Seelendrama, das Schubert am Ende seines kurzen Lebens so einzigartig gestaltete, umso eindringlicher ... Zumal Christoph Berner ein phänomenaler Partner ist: Auf einem durchsichtig klingenden Pianoforte von Friedrich Ehrbar begleitet er magistral, was Ausdrucksreichtum, Differenzierung und Subtilität der Klangfarben angeht, und versteht es genauso hervorragend, auf den Sänger zu hören und mit ihm im Einklang zu sein.
Auch die sechs klug ausgewählten Goethe-Lieder mit einem brillanten Musensohn zum Abschluss, die die CD ergänzen, sind jedes eine kleine Musikwelt für sich. Sodass diese auch aufnahmetechnisch feine Einspielung zur echten Bereicherung eines nun wahrlich nicht armen Repertoires wird.
GW
05/2007 Pizzicato
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